Unsere Literaturempfehlung
Walter Töpner, Pilgerland Eifel. Wege und Wallfahrtsorte, 288 Seiten,Format: 17,3 x 17,3 cm Softcover, gebunden, durchgehend farbig gedruckt auf hochwertigem, starken Bilderdruckpapier, Regionalia Verlag Rheinbach, 2013, ISBN 978-3-95540-109-2, € 14,95.

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Regionalia Verlag, Vor dem Voigtstor 16, D-53359 Rheinbach

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Hl. Apostel Jakobus
Patron der Pilger

Maria Martental - Station auf dem Jakobsweg
Pilgerwege gibt es viele - Jakobswege fast überall. Historisch folgten diese Weg meist wichtigen Handelsstraßen die mitunter schon seit der Römerzeit bestehen. Zwei historische Jakobswege verlaufen durch unsere Region: von Köln entlang der Rheinschiene bis ins Elsass und weiter nach Burgund und von Köln durch die Eifel über Trier nach Metz in Lothringen.
In den vergangenen Jahren wurden weitere Teilstrecken eröffnet, wie z.B. der Mosel-Camino (180 km lange Teilstrecke von Koblenz-Stolzenfels nach Trier). Der Eifel-Camino führt von Andernach-Namedy, nach Mayen, Monreal, Kaisersesch, Maria Martental, Lutzerath, Klausen, Trier. In alter Zeit kam Monreal eine herausragende Bedeutung auf dem Jakobsweg zu. Der Kreuzritter Graf Hermann III. von Virneburg hatte Monreal 1204 eine Jakobusreliquie geschenkt. Die Strecke von Andernach über Mayen bis Monreal und weiter bis Trier steht unter Leitung der Matthias-Bruderschaft Mayen, die sich u.a. um die Kennzeichnung des Pilgerweges kümmert. Auch die Stadt Kaisersesch hat sich in den letzten Jahren als Station auf dem Pilgerweg durch die Einrichtung eines Pilgerzimmers und der Widmung eines Pilgerbrunnens an der St. Pankratiuskirche profiliert.
Im Rahmen einer dreitägigen Fußwallfahrt von Mayen nach Trier, die von der St.-Matthias-Bruderschaft Mayen jährlich organisiert wird, wurde der von der Bruderschaft gestiftete Pilgerstein am 28.4.2015 in Maria Martental feierlich eingesegnet. Rund 170 Pilger und viele weitere Gäste - unter anderem Pater Andreas Pohl, Kaiserseschs VG-Bürgermeister Albert Jung, Leienkauls Ortsbürgermeister Burkhard Klinkner und Brudermeister Heinz Schäfer - nahmen an der Einsegnung des Pilgersteines teil.
Der von der Bruderschaft gestiftete Pilgerstein steht für die lange Tradition der Fußwallfahrt und gilt als besonderer Dank für die freundliche Aufnahme in der Klosterkirche und die Benutzung des Klostergeländes während der Pilgerrast. Die künstlerische Gestaltung des Steines übernahm der Bildhauermeister Achim Hippel.


Jakobusglocke
in Maria Martental
SANCTE JACOBE ORA PRO NOBIS. ROCHUS GRONGART ME FECIT ANNO 1647

Jakobusglocke in Martental
Maria Martental - seit früher Zeit Verehrungsort der christlichen Blutzeugen des Trier Landes (St. Achatiuskapelle) und seit dem Mittelalter Marienwallfahrtsort - hat durchaus eine historische Beziehung zum Heiligen Jakobus, auch wenn der Wallfahrtsort nicht zu den Stationen des historischen Jakobsweg gehörte. Neben dem Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes, gibt es nur noch ein weiteres Relikt aus historischen Zeiten; die Jakobusglocke aus dem Jahre 1647. Das Kloster der Augustinerinnen war bereits durch Dekret vom 12.11.1523 aufgelöst, und Martental zu einer Propstei Springiersbachs umgewandelt worden. Zwei- oder dreimal in der Woche wurde eine Heilige Messe gefeiert. Das Gussjahr der besagten Glocke, liegt zugleich in den letzten Jahren des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648), einer Zeit, die die Eifel sehr geschwächt und verwüstet hat.
Es verwundert darum ein wenig, dass unter diesen Umständen die Mittel für eine Glocke gesammelt  werden konnten und die Anschaffung möglich war. Das Kirchlein, in dessen Turm die Glocke geläutet hat, war dem hl. Achatius geweiht. Um 1680 gilt dieses Gotteshaus als "halb verfallen". 1681 wird unter der Leitung Springiersbachs ein Klosterneubau mit Kirche errichtet.1737 wurde abermals eine neue Kirche errichtet. Die Glocke blieb erhalten bzw. wurde jeweils in den Neubau übernommen. Seit etwa 1720 waren bis 1808 Einsiedler in Martental. Mit der Säkularisierung kam die Glocke als Schul- und Gemeindeglocke nach Müllenbach. Dank der eifrigen Verhandlungen von Bruder Alois Schaaf SCJ kam sie 1983 wieder nach Martental zurück. Seitdem läutet sie täglich im Dachreiter der Wallfahrtskirche um 11.00 Uhr  zum Gedenken an die Passion Christi und um 15.00 Uhr zur Sterbestunde des Herrn und begrüßt die Pilger im Tal.


Hl. Apostel Matthias
Patron des Bistums Trier

Maria Martental, Klausen, Trier, Santiago des Compostela
Zahlreiche Pilgergruppen machen im Jahreslauf Station in Maria Martental. Pilger auf dem Weg nach Klausen oder St. Matthiasbruderschaften auf dem Weg zum Apostelgrab in Trier. Der Christ ist ein Pilger. Gleich ob er sich tatsächlich auf einen weiten Weg macht, um bei sich anzukommen, oder ob er die tägliche Herausforderung des Lebens als eine Pilgerfahrt ansieht. Die Fürbitte der Schmerzhaften Mutter von Martental möge Sie auf dem Weg begleiten!


Die "Jakobsmuschel"
kennzeichnet den
Pilgerweg im Tal

Pilgerherberge der Herz-Jesu-Priester in Puente la Reina
Im spanischen Puente la Reina, wo verschiedene europäische Pilgerwege zusammentreffen und der 730 Kilometer lange Camino Frances nach Santiago des Compostela beginnt, betreiben die Herz-Jesu-Priester eine Pilgerherberge.
Ein Dach über dem Kopf. Ein Bett. Eine Dusche. Mehr wünschen sich die Pilger nicht, die bei den Herz-Jesu-Priestern in Puente la Reina an die Tür klopfen. Sie brauchen nur einen Platz zum Ausruhen nach den Strapazen des durchwanderten Tages. Ein bisschen Erholung, bevor am nächsten Morgen die Reise auf dem Jakobsweg weitergeht. Und vielleicht einen Besuch im Gottesdienst, damit auch die Seele auftanken kann.
Seit 1923 betreiben die Herz-Jesu-Priester ihre Pilgerherberge in Puente la Reina – doch die klösterliche Gastfreundschaft hat dort eine sehr viel längere Tradition. Schon im Mittelalter richteten die Malteser ein Hospital in der Ortschaft ein, die dank ihrer mächtigen Brücke über den Fluss Arga bereits damals eine der wichtigsten Stationen auf dem Jakobsweg war, an der mehrere Pilgerwege zusammentreffen und der 730 Kilometer lange Camino Frances nach Santiago de Compostela beginnt. 1784 gründeten die Malteser das Kloster zum Heiligen Kreuz, in dem sie allerdings nur 24 Jahre lang lebten. 1808, mit dem Einmarsch der Truppen Napoleons in Navarra, wurde das Kloster zur Kaserne umfunktioniert.
Erst mehr als 100 Jahre später sollten in Puente la Reina wieder Ordensmänner leben: 1919 kauften deutsche Herz-Jesu-Priester die Ruinen des Klosters zum Heiligen Kreuz und gründeten die erste Kommunität der Dehonianer auf spanischem Boden. Es war die Zeit unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg. Die deutschen Patres Wilhelm Zicke SCJ und Josef Göbels SCJ hatten ursprünglich in Kamerun missioniert, aber vor den englischen Truppen fliehen müssen. Ordensgründer Pater Leo Dehon sah nun eine gute Gelegenheit, eine Gemeinschaft in Spanien zu gründen. Und das alte, verfallene Kloster in Puente la Reina stand gerade zum Verkauf.