Glaubenszeugen

Märtyer - Selige - Glaubenszeugen

Gedenktag: 22. September

Seliger Johannes Maria vom Kreuz Garcia Méndez SCJ, Märtyrer
Mariano Garcia Méndez wurde am 25. September 1891 in der Nähe von Avila in Spanien geboren.
1902 trat er in das Priesterseminar der Diözese Avila ein und wurde 1916 zum Priester geweiht.
Von 1916 bis 1925 war er an verschiedenen Orten in der Pfarrseelsorge tätig. Seine Gesundheit erlaubte es ihm lange Zeit nicht, Ordensmann zu werden. 1925 trat den Herz-Jesu-Priestern bei. Mit der Ablegung der ersten Gelübde wählte er den Ordensnamen Johannes Maria vom Kreuz.
In den Wirren des spanischen Bürgerkriegs protestierte er gegen eine Meute von Republikanern, die vor seinen Augen eine Kirche in Brand gesetzt hatte. Als „Reaktionär“ wurde er verhaftet und musste eine Zeit im Gefängnis zubringen, wo er den Mitgefangen als Priester beistand. Nach einmonatiger Haft wurde er in der Nacht vom 23. auf den 24.August 1936 mit einigen Gefährten verschleppt und hingerichtet. Am 11. März 2001 wurde er als erster Mitbruder der Ordensgemeinschaft durch Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. In der Seitenkapelle der Martentaler Wallfahrtskirche ist dem Märtyrer mit einem Bild und einer Reliquie ein Ort der Verehrung gewidmet.

Todestag: 20. März 1941

Pater Franz Loh SCJ, Märtyrer des 20. Jahrhunderts
1935 begann eine Reihe von Prozessen, medienträchtig im Sinne einer Sensationspresse begleitet, in denen Ordensleute angeklagt wurden. Diese Prozesse - oftmals ohne jegliche sachliche Grundlage - waren Teil des Versuchs, das Ordensleben in Deutschland auszulöschen. Die Nationalsozialisten legten den Orden strenge Devisenbeschränkungen auf, unter denen v.a. internationale Kongregationen leiden sollten. P. Franz Loh, von 1932 bis 1936 Provinzoberer, erkannte sofort, dass die Zukunft der Kongregation in Deutschland auf dem Spiel stand. Da es ihm unmöglich war, das Haus Sittard auf holländischem Gebiet mit legalen Mitteln zu retten, blieb ihm keine andere Möglichkeit als dem Haus auf heimlichem Weg Geld zukommen zu lassen. Im April 1936 fand der Prozess in Krefeld statt. Einige der angeklagten Herz-Jesu-Priester waren bereits im Gefängnis, andere wie P. Loh waren auf der Flucht. 13 Herz-Jesu-Priester wurden zu Haft- und Geldstrafen verurteilt. P. Loh, der als der Hauptverantwortliche betrachtet wurde, wurde zu vier Jahren Zuchthaus, vier Jahren Ehrverlust und einer Ersatzstrafe von 500000 Mark verurteilt. Nach dem Einmarsch der Deutschen in Luxemburg wurde P. Loh am 10.12.1940 entdeckt, sofort verhaftet und zunächst nach Bonn und dann ins Gefängniskrankenhaus in Düsseldorf gebracht. Die Härte des Haftaufenthaltes, verbunden mit einem Zuckerleiden, brachte ihm am 20.03.1941 den Tod. Erst einige Tage zuvor erfuhr die Ordensgemeinschaft von seinem Aufenthaltsort und von seinem ernsten Zustand. P. Schunck ließ den Leichnam in ein rotes Messgewand gekleidet in den Sarg legen. P. Loh, der Gründer des Klosters Handrup, ist jetzt auf dem dortigen Klosterfriedhof begesetzt.

 

Todestag: 10. August 1972

 

P. Heinrich Middendorf SCJ, Gerechter unter den Völkern
Heinrich Middendorf wurde am 31. August 1898 in Aschendorf geboren.
Nach dem Besuch der Volksschule und Rektoratsschule in seinem Geburtsort Aschendorf wechselte Heinrich Middendorf 1912 an die Humanistische Lehranstalt der Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester in Sittard (Niederlande). Dort trat er nach Beendigung der Schulzeit in den Orden ein.
Nach dem Noviziat in Fünfbrunnen (Luxemburg) studierte er Philosophie und Theologie an einer ordenseigenen Hochschule und an den Universitäten Freiburg im Breisgau und Innsbruck. 1923 wurde er zum Priester geweiht und studierte anschließend Orientalistik und Bibelwissenschaften in Freiburg, Münster und Berlin. 1927–1931 war er Kaplan in verschiedenen Gemeinden Südbadens. 1932 bis 1938 nahm er Aufgaben im Ordenshaus in Bendorf wahr, ab 1936 als Rektor. 1934 hatte er im Fach Bibelwissenschaften promoviert. Von 1938 bis 1946 war er Rektor des Ordenshauses in Stegen. In dieser Zeit versteckte er sieben jüdische Bürger im Kloster und rettete sie so vor dem Holocaust. Er wurde dafür postum (1994) mit dem Titel Gerechter unter den Völkern ausgezeichnet.
Diese Auszeichnung verleiht der Staat Israel seit 1948 als Ehrentitel für nichtjüdische Einzelpersonen, die unter nationalsozialistischer Herrschaft während des Zweiten Weltkrieges ihr Leben einsetzten, um Juden vor der Ermordung zu retten. Von 1946 bis 1949 wechselte er als Rektor an das Ordenshaus in Freiburg. Danach wurde er Mitglied der Generalleitung des Ordens in Rom. Ab 1956 wirkte er als Missionar im Kongo. Pater Middendorf starb am 10. August 1972 in Osnabrück und wurde auf dem Klosterfriedhof in Handrup beigesetzt.

Gedenktag 1. Dezember

 

Selige Schwester Anuarite Nangapeta, Märtyrin in Zaire
Anuarite wird am 29.12.1941 in der Diözese Wamba (Kongo) geboren. 1943 erhält sie bei der gemeinsamen Taufe mit ihrer Mutter und ihren zwei älteren Schwestern den Namen Alphonsine. Bei den Schwestern zur Heiligen Familie (eine Gründung des Herz-Jesu-Priesters, Bischof Camille Verfaillie SCJ) legte sie am 5. August 1959 die Ordensgelübde ab. Sie wurde zur Grundschullehrerin ausgebildet und unterrichtete Kinder der 3. und 4. Klasse der Grundschule in Bafwabaka, unweit der Diözesanstadt Wamba. Mit nur 25 Jahren wurde sie beim Simba-Aufstand unter Pierre Mulele im Bürgerkrieg 1964 von einem Soldaten, nach einem Vergewaltigungsversuch, dem sie sich widersetzte, getötet. Mit ihr starben mehr als 250 Missionare und Ordensschwestern durch kommunistische Rebellen. Am 15. August 1985 sprach Johannes Paul II. sie selig.

Dehonianischer
Gedenktag
26. November

Jedes Jahr gedenkt die Ordensgemeinschaft am 26. November aller Märtyrer und Glaubenszeugen der Herz-Jesu-Priester. Wir gedenken der 9 Missionare, + 1944-1945 im KZ auf der Insel Muntok / Indonesien, der 28 Missionare, + 1964 im Kongo, aller Opfer der Gewaltherrschaft sowie der ermordeten Missionare.

Mehr zu den einzelnen Glaubenszeugen finden sie hier › http://www.dehon.info