Padre Mario berichtet aus Brasilien
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Aschermittwoch im Sommer Im Portugiesischen gibt es eine andere Zählung der Wochentage. Nach guter christlicher Tradition wird der Sonntag (domingo) als erster Tag der Woche gerechnet, der Montag heißt darum ganz einfach „zweiter Tag“ (secunda-feira) und nach diesem Muster werden die anderen Tage benannt, nur der Samstag (sábato) weicht von der Regel ab. Heute ist Aschermittwoch "quarta-feira das cinzas" / „vierter Tag von der Asche“. Die Hochschule war an den Karnevalstagen Mo und Di geschlossen, heute ebenso, weil alle Patres irgendwo zur Aushilfe oder in ihren Pfarreien unterwegs sind und dann nicht gleichzeitig unterrichten können. Heute Abend werde ich irgendwo in einer kleinen Pfarrei meine erste Messe feiern und das Aschenkreuz austeilen. Die Texte habe ich schon geübt, nur die hier zu Land übliche tägliche Predigt werde ich noch nicht halten – nur ein paar persönliche Worte zur Vorstellung und Begrüßung am Anfang der Messe. In Europa bilden die Jahreszeiten und das Wetter oft eine unterstützende Rolle zur liturgischen Symbolik: der Übergang vom Winter zum Frühling, der Weg der Fastenzeit als Vorbereitung auf das Osterfest, das neue aufkeimende Leben der Natur und das neue Leben durch den auferweckten Herrn Jesus Christus. In Brasilien fallen Fasten- und Osterzeit in den Sommer. Für mich bleibt das noch etwas ungewöhnlich – mit Sonnenbrille zum Kreuzweg und täglich im T-Shirt zum Gottesdienst. Wie passend! Im Garten öffnet heute früh eine Passionsblume ihre prächtige Blüte und das nur für einen Tag. |
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WeltJugendtagsKreuz reist durch die Diözesen Brasiliens Auf den Wunsch von Papst Johannes Paul II. wurde für das „Heilige Jahr der Erlösung“ 1983 ein schlichtes Holzkreuz auf dem Petersplatz aufgestellt, das er beim Osterfest des folgenden Jahres an die Jugendlichen der Welt übergeben hat. Es wurde von Jugendlichen zu einem Treffen nach Lourdes und ein Jahr später nach Prag gebracht und kam schließlich zum ersten Weltjugendtag 1986 wieder nach Rom. Seitdem reist das Kreuz durch die Welt. Beim 15. WJT im Heiligen Jahr 2000, gab der Papst noch eine Kopie der Marienikone in der Kirche Santa Maria Maggiore hinzu. Beide Symbole der internationalen Jugendtreffen reisen jeweils im Vorbereitungsjahr durch das aktuelle Gastgeberland. Das 380 cm hohe und 175 cm breite Holzkreuz lädt auf seiner Reise als „Weg der Versöhnung“ junge Menschen aller Nationen ein, die Botschaft des Friedens und der Erlösung in Christus anzunehmen. |
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![]() ![]() ![]() Diakonenweihe in Taubaté Heute wurden 9 Mitbrüder, die gestern Abend erst die ewige Profess abgelegt haben, hier in der Pfarrkirche Herz-Jesu in Taubaté durch unseren Mitbruder Dom Eusebio Kardinal Scheidt zu Diakonen geweiht. Bei der Allerheiligen Litanei kamen mir wieder tränen in die Augen - bei der Erinnerung an meine eigene Weihe. Anschließend gab es ein großes Fest im Pfarrsaal neben der Kirche. |
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Eukalyptus, Kiefern, Bambus Wenn man ganz unbedarft nach Brasilien kommt, erwartet man vielleicht hier und dort ein wenig Urwald zu sehen, dafür muss man allerdings gezielt das Amazonasgebiet besuchen. Bei einer längeren Fahrt durch die abwechslungsreiche Landschaft fallen immer wieder kleine Wälder und große Monokulturen auf (auch hinter unserem Kloster gibt es einen kleinen Wald mit kirchturmhohen Bambusstangen und Eukalyptusbäumen). Der schnellwüchsige Eukalyptus wird in großen Plantagen angebaut und für die Holzkohle- oder Zellstoffproduktion verwendet. Brasilien ist reich an Bodenschätzen insbesondere für die Erzverhüttung wird eine große Menge Holzkohle verbraucht. Unweit unseres Hauses rollen täglich mehrmals lange Züge mit erzhaltigem Erdreich aus dem Gebiet Minas Gereis vorbei. Der Holzsektor, so kann man vielfach lesen, ist heute eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes, dennoch ist die intensive Bodennutzung aus ökologischer Sicht nicht unbedenklich. |
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Neun Tage feiern |
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Die Ferien sind zu Ende |
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Ankunft in Taubaté Seit gestern Nachmittag bin ich nun in Taubaté und wohne für eine Woche im Pfarrhaus bei den Patres Knob, Kunz und Cleber Sanches. Wie schön! alle drei sprechen auch Deutsch, die beiden älteren haben deutsche Vorfahren und Cleber hat einige Jahre bei uns in Freiburg studiert. Taubaté ist eine Stadt im Bundesstaat Sao Paulo mit ungefähr 290.000 Einwohnern ca. 120 km von der Hauptstadt entfernt, von hier sind es nur ca. 40 km bis zum Wallfahrtsort Aparecida . Taubaté ist auch Bischofssitz der gleichnamigen Diözese. Der Bischof Dom Carmo Rhoden SCJ gehört auch zu den Herz-Jesu-Priestern, die in der Stadt gleich fünf Einrichtungen haben. Der „Conventiho“ als Kloster und Studienhaus für unsere Mitbrüder im Theologiestudium des 2. – 4. Jahres, die „Residencia Teológica“ für die Mitbrüder im 1. Studienjahr, die „Faculda Dehoniana“ als Theolologisch- Philosophische Hochschule und die Pfarrei-Kommunitäten. Wir feiern heute „Apresentação do Senhor“ – „Darstellung des Herrn“. So wie wir in Deutschland auch „Lichtmess“ sagen, kennt man hier als zweite Bezeichnung „Candelaria“. Sehr beliebt ist natürlich auch die „Benção de São Bras“, der Blasiussegen. Der 2. Februar ist für viele Herz-Jesu-Priester auch der Tag der Gelübdeablegung. Pater Kunz feiert heute sein 50. Jubiläum, ihm haben wir beim Frühstück gleich mit einem herzlichen „Parabens“ gratuliert. |
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Besuch im „Instituto Meninos de São Judas Tadeu“ IMSJT Im Januar 1940 wurden in Sao Paulo 25 neue Pfarreien gegründet. Die Pfarrei zum Apostel Judas Thaddäus wurde der Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester anvertraut, erster Pfarrer wurde P. João Buescher. In dieser Ausbauphase entstand 1946 das Instituto Meninos de São Judas Tadeu IMSJT. 1950 wurde P.Gregorio Westrupp zum Leiter ernannt. Er prägte die Ziele der sozialen Einrichtung und baute sie zu einem Ort für verlassene und verwaiste Kinder aus. Von Anfang an hatte das IMSTJ das gleiche Ideal: Liebe und Wiedergutmachung; ebenso den gleichen Auftrag: Kinder zu unterstützen und zu erziehen. Über die Jahre hinweg konnten über tausend Kinder und Jugendliche hier Orientierung für das Leben, grundlegende Erziehung, Nahrung und Schutz finden und ihre eigenen Fähigkeiten entdecken. Das IMSJT ist heute kein Waisenhaus mehr sondern eher einer Tagesförder-Einrichtung zu vergleichen. |
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Gut in Brasilien angekommen! nach gut 20 Reise-Stunden kam ich gestern Abend in Sao Paulo an, wo mich Provinzial Mariano Weizenmann schon erwartete. Heute Morgen weckte mich ein ungewohnter Klang von draußen und jetzt gerade sitzt ein gelber Vogel meinem Fenster gegenüber und zwitschert. Schon eine kleine Umstellung vom "Eifel-Winter" in den "Brasilianischen-Sommer" zu kommen. Im Flugzeug hatten noch alle Strickpullis und Schals um, kurz vor der Ankunft wurde dann alles bis auf's T-Shirt reduziert, 22 Grad sind für den Anfang gut auszuhalten. Bis Donnerstag werde ich hier im Provinzialat sein und vielleicht auch noch ein wenig von der Stadt anssehen. |




















